Die Ergebnisse der neusten Umfrage unter Unternehmen des Großhandels kompakt zusammengefasst.

Die Corona-Pandemie hat die Wirtschaft in ganz Deutschland nachhaltig einbrechen lassen. Dies ist auch nicht spurlos an den baden-württembergischen Großhandelsunternehmen vorübergegangen. Der Großhandel in Baden-Württemberg ist mit über 20.000 Unternehmen ein starker Wirtschaftsfaktor. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie für den baden-württembergischen Großhandel sind massiv.

Der vom Bundesverband, Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e.V. für Baden-Württemberg erstellte Klimaindikator für den Großhandel basiert auf einer Umfrage aus dem August 2020 und spiegelt die aktuelle Geschäftslage auf Bundes- und Landesebene wider, zugleich gibt er einen Eindruck, wie die Unternehmen in die Zukunft blicken:

1. Großhändler in Baden-Württemberg sind verhaltener als der Bundesdurchschnitt:

Sowohl der für den Großhandel in Baden-Württemberg abgefragte Klimaindikator-Wert, der die aktuelle Lage widerspiegelt, als auch der Wert der zukünftigen Erwartungen liegt jeweils unter dem Bundesdurchschnitt. Die Großhändler in Baden-Württemberg sind damit verhaltener als die Kollegen aus den anderen Bundesländern.

Positiv ist, dass die Werte über den bisher Lagebewertungen liegen, welche auf der Grundlage einer Sonderumfrage im Mai 2020 basieren.

Die Einschätzung der Großhändler zum Auftragseingang und der Kapazitätsauslastung verzeichnen ebenfalls einen starken Anstieg gegenüber der Sonderumfrage aus Mai 2020. Während die Unternehmen im Mai die Auftragseingänge mit -67 Punkten einschätzten, liegt der aktuelle Wert bei -43 Punkten und hat sich somit um 24 Punkte verbessert. Die Einschätzung zur Kapazitätsauslastung im Großhandel wurde von den Unternehmen mit einem Wert von -30 Punkten besser eingeschätzt als im Mai.

Im Wesentlichen folgen die Einschätzungen den Entwicklungen im Bundesdurchschnitt.

2. Wirtschaftspolitische Handlungsanforderungen

Im Hinblick auf die Corona-Pandemie sind mehr als zwei Drittel der befragten Großhandelsunternehmen mit den politischen Handlungen der Bundesregierung zufrieden. Ein Achtel ist sogar sehr zufrieden. Jeder zweite befragte Großhändler geht allerdings davon aus, dass die Corona-Pandemie über das Jahr 2021 hinaus anhalten wird.

Nur jeder 12. Befragte Unternehmer geht davon aus, dass Deutschland gestärkt aus der Pandemie hervorgehen wird. 38 Prozent der Befragten Großhändler sind der Auffassung, dass Deutschland mit langwierigen Problemen kämpfen wird. 8 % befürchten sogar, dass die Corona-Krise zurückkehren wird. Diese Einschätzungen stellen sich kritischer dar als im Bundesdurchschnitt.

Die Unternehmen erwarten eine Neuausrichtung der Geschäftsmodelle, die Veränderung der Unternehmenskultur und der Arbeitswelt als Folge der Corona-Pandemie. Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt sehen allerdings deutlich weniger Unternehmen die Forcierung der Digitalisierung als zentralen Trend an.

Die Haupthürden sehen die Unternehmen in Baden-Württemberg (jeder dritte Befragte) in den fehlenden Aufträgen, der Bürokratie und den Corona-bedingten Restriktionen.

Abweichend vom Bundesdurchschnitt (11 %) monieren 19 % der Großhändler die hohe Kostenbelastung.

Zur Stärkung der wirtschaftlichen Dynamik hält mehr als jeder fünfte baden-württembergische Großhändler eine Verbesserung der Angebotsbedingungen am Standort Deutschland (z.B. Unternehmenssteuern, Arbeitsbedingungen, Infrastruktur) für sinnvoll. Im Bundesdurchschnitt sieht das nur jeder dritte Unternehmer so. Nachhaltigkeit, den Ausbau von Umwelt- und Klimaschutz unterstützt fast jeder vierte Unternehmer, was deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegt.

Die ausführlichen Berichte zu Trends & Analysen des Großhandels stehen Mitgliedern zum Download bereit.

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