Liebe Mitglieder,

nun ist schon wieder ein Jahr vergangen. Die Zeit rast und mit ihr die Ereignisse. Wenn ich mir mein letztjähriges Schreiben an Sie noch einmal in Erinnerung rufe, so muss ich leider feststellen, dass keines der angesprochenen Probleme gelöst ist, im Gegenteil: 2017 wird in vielen Bereichen ein noch schwierigeres Jahr werden. Einzig der Zustrom der Zuwanderer konnte gestoppt werden, wobei man klar sagen muss, dass dadurch die Probleme im Nahen Osten nicht gelöst sind. Noch immer Krieg, Sterben und Vertreibung. Die jungen Menschen, die zu uns kamen, sind auf dem Weg, integriert zu werden. Immer wieder sind wir in Kontakt mit den baden-württembergischen Ministerien über Fragen der Ausbildung und Integration. Ich sehe in der Zuwanderung immer noch eine große Chance, qualifizierte Arbeitskräfte zu rekrutieren, auch wenn der „syrische Akademiker“ in der Regel nicht bei uns angekommen ist und die Integration durch Sprachkurse nicht schnell genug vorankommt.

Was mich dieses Jahr besonders umgetrieben hat Jahr sind die nationalistischen Bewegungen in Europa und der ganzen Welt. War das so erkennbar? Ohne eine lange Liste aufführen zu müssen: Für mich gipfelte diese Bewegung in der Blockade der Wallonen gegen das Handelsabkommen Ceta. Was bewegt Menschen in Mitteleuropa, gegen eine im Prinzip sinnvolle Weiterentwicklung von Handelsbeziehungen aufzubegehren?

Mein Denkansatz: Wir haben vergessen, die Menschen mitzunehmen auf diesem Weg der Digitalisierung, der großen Welt der Googles, Apples und Microsofts, Big Data, der Industrie 4.0 – um ein paar Schlagworte zu nennen. Und die Menschen haben einfach Angst vor der fortschreitenden Globalisierung, die bei uns unter anderem auch im Flüchtlingsdrama mündete. Natürlich stellen sich unsere Mitarbeiter Fragen: Mit wem konkurriere ich in der Arbeitswelt? Wie sicher ist mein Arbeitsplatz? Und einhergehend, wie vertrauensvoll ist mein Arbeitgeber? Und ein zweites großes Thema: Wie sicher ist die Rente, wie kann ich im Alter meinen Lebensstandard sichern, insbesondere auch: Wie entwickelt sich die betriebliche Altersversorgung? In allererster Linie ist hier die Politik gefragt, aber auch wir als Unternehmer sind gefordert, unseren Mitarbeitern Antworten auf diese Fragen zu geben und zusammen mit den Gewerkschaften tarifpolitische Lösungen zu entwickeln, denn die Lösungen des Gesetzgebers sind oft nicht die Besten. Auch wir müssen bei unseren Mitarbeitern werben für ein offenes Europa und gegen nationale Abschottung.

Die Rohstoffe unserer Wirtschaft heißen Bildung, Ausbildung und Weiterbildung. Wobei hier nicht nur, aber ausdrücklich auch die duale Ausbildung gemeint ist. Die duale Ausbildung ist eine wichtige Stütze unserer Betriebe. Permanente berufliche Bildung schützt im Übrigen auch am besten gegen Arbeitslosigkeit und sozialen Abstieg. In diesem Zusammenhang möchte ich Sie auf die Stiftung der deutschen Wirtschaft hinweisen, die mit ihrem Chancen-Euro leistungsbereite Jugendliche und junge Erwachsene fördert. Vielleicht haben Sie Lust zu spenden oder werden Fördermitglied. Schauen Sie doch mal rein www.sdw.org unter Chancen-Euro.

Auch in unserer Geschäftsstelle wird es schon ab dem 01.01.2017 Veränderung geben. Als Nachfolger für Frau Geller-Witt, die im April nach jahrzehntelanger Tätigkeit für den Verband in den „Un“Ruhestand tritt, haben wir Herrn Boris Behringer für diese Aufgabe gewinnen können. Herr Behringer ist 38 Jahre alt und war bisher stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Verbandes Südwesttextil in Stuttgart. So sehen wir – das gesamte Präsidium – die kontinuierliche erfolgreiche Tätigkeit von Frau Geller-Witt nicht gefährdet und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Herrn Behringer.

Ihnen, Ihren Familien und Mitarbeitern wünsche ich eine besinnliche Weihnachtszeit, einen guten Start ins neue Jahr, eine glückliche Hand in der Führung Ihrer Unternehmen, Gesundheit und ein erfolgreiches 2017.

Zum Schluss danke ich noch allen Ehrenamtlichen, die sich für die Belange des Verbandes eingesetzt haben, den Mitarbeitern der Geschäftsstelle und der Geschäftsführung für die geleistete Arbeit.

In diesem Sinne grüßt Sie herzlich

Ihr Ulrich Gutting
(Präsident)

 

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Weihnachtsbrief 2016 von Ulrich Gutting

12. Dezember 2016 0.2 MB 452

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Wir meinen immer alle Geschlechter im Sinne der Gleichbehandlung.