Vor allem die Entwicklung der Auftragseingänge deutet auf eine wirtschaftliche Erholung im Großhandel hin.

Die Corona-Pandemie hat den aufwärts gerichteten Trend der Großhandelsumsätze unterbrochen. Die Umsätze entwickeln sich seit April 2020 uneinheitlich. Im 2. Quartal 2020 sind die Umsätze um -5,9 Prozent nominal und um -2,5 Prozent real gesunken. Ursächlich sind die starken Einbrüche im April und Mai. Im Juni verzeichnete das Statistische Bundesamt dagegen wieder eine positive Veränderung gegenüber dem Vorjahr. Nominal stiegen die Umsätze um +3,3 Prozent und real um +6,8 Prozent. Ob diese Entwicklung anhält, werden die nächsten Monate zeigen.

In den beiden Großhandelszweigen zeigten sich die Umsätze im Juni insgesamt wieder etwas fester. Im Produktionsverbindungshandel wurde real etwas mehr verkauft, allerdings gingen die Umsätze nominal zurück. Real stiegen die Umsätze nach Angaben von Destatis um +5,8 Prozent, auf Grund rückläufiger Preise fielen sie um -0,7 Prozent niedriger aus. Dabei verzeichnet der Handel mit Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik einen kräftigen Anstieg um nominal +10,6 Prozent und real sogar um 14,6 Prozent. Der Konsumgüterhandel zeigte sich dagegen insgesamt deutlich robuster. Die Umsätze stiegen um nominal +8,0 Prozent und real um +7,8 Prozent. Der Konsumsektor kehrt offenbar zu seiner stabilisierenden Funktion zurück.

Auf eine wirtschaftliche Erholung deutet vor allem die Entwicklung der Auftragseingänge. Die Aufhellung des BGA-Großhandelklimaindikators im August 2020 unterstützt diese Einschätzung. Im Zuge der Ausweitung der Corona-Krise waren bei vielen Unternehmen die Aufträge weggebrochen. Nach der Grafik des Monats zeichnet sich innerhalb der Wirtschaft eine Erholung ab. Darin wird die Entwicklung als prozentuale Veränderung gegenüber dem Vorjahr abgebildet. Nach den massiven Einbrüchen im März und April mehren sich seit Mai die Anzeichen auf steigende Auftragseingänge wieder. Während die Auftragseingänge im Konsumgütersektor im Vergleich weniger stark eingebrochen sind, zeigen sie aktuell einen langsamen Wiederanstieg. Im Bereich der Investitionsgüter, aber auch der Vorleistungen sowie der Aufträge aus der Industrie haben sich die Auftragseingänge inzwischen deutlich erholt. Insgesamt liegen die Auftragseingänge jedoch noch unter dem Vorkrisenniveau. Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, kann sich die wirtschaftliche Erholung insgesamt beschleunigen.

Grafik des Monats

Quelle: Destatis; Grafik: BGA

Die Zahlen im Detail können nachfolgend oder im Downloadbereich unter Zahlenmaterial eingesehen werden.

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