Die deutlich gesunkenen wirtschaftlichen Erwartungen aus der Industrie wirken sich nun auch auf den Großhandel aus.

Die Großhandelsumsätze sind im August 2019 nominal um -2,8 Prozent gesunken. Real verzeichneten die Umsätze ein Minus von 1,8 Prozent. Damit vermelden die Großhändler zum zweiten Mal nach dem Monat Juli einen Umsatzrückgang im Jahr 2019. Die Beschäftigung nahm im August um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu und stieg auf 1.977 Millionen Beschäftigte. Die Großhandelspreise sanken im September 2019 um -2,5 Prozent.

Die Umsätze in den einzelnen Wirtschaftszweigen entwickelten sich im August 2019 rückläufig. Im Produktionsverbindungshandel sanken sie nominal um 4,6 Prozent und real um 5,5 Prozent. Als einzige Teilbranche konnte der Großhandel mit landwirtschaftlichen Grundstoffen ein Umsatzwachstum von nominal 2,8 Prozent und real 4,1 Prozent verzeichnen. Mit einem nominalen Minus von -4,3 Prozent aber einem realen Plus von 1,5 Prozent schließt sich der Großhandel mit Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik an. Im Konsumgütergroßhandel entwickelten sich die Umsätze ebenfalls negativ. Nominal und real verloren die Konsumgütergroßhändler jeweils 1,1 Prozent. Am stärksten gingen die Umsätze im Großhandel mit Lebensmitteln und Getränken zurück (nominal -1,4 Prozent, real -2,2 Prozent).

Die Entwicklung der Lagerbestände und Aufträge im Großhandel zeigt eine immer weiter aufgehende Schere (Grafik des Monats). Seit Oktober 2018 entwickeln sich beide Komponenten auseinander. Zum einen verlief die Beurteilung der Lagerbestände seit Oktober 2018 bis Juni 2019 zwischen 16,9 Punkten und 19,9 Punkten seitwärts und zeigt seitdem einen steigenden Trend bis Oktober 2019 mit 25,9 Punkten. Zum anderen sank die Beurteilung der Bestellpläne seit Oktober 2018 bis Mai 2019 erst auf ein neutrales Niveau mit -1 Punkt. Seit Juni 2019 vermelden die Großhändler zurückgehende Auftragseingänge bis in den Bereich von -11,1 Punkten. Der BGA sieht in dieser Entwicklung beider Teilindikatoren, die vom ifo-Institut erhoben werden, ein Signal, dass sich die wirtschaftlichen Aussichten im Großhandel zunehmend eintrüben. Die deutlich gesunkenen wirtschaftlichen Erwartungen aus der Industrie wirken sich nun auch auf den Großhandel aus. Die Bestellungen aus dem Inland und Ausland gingen zuletzt stark zurück. Es gibt deutliche produktionsseitige Überkapazitäten. Das Angebot übersteigt die Nachfrage.

Grafik des Monats

Quelle: DESTATIS; Grafik: BGA

Quelle: DESTATIS; Grafik: BGA

Die Zahlen im Detail können nachfolgend oder im Downloadbereich unter Zahlenmaterial eingesehen werden.

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