Der Großhandel in Deutschland konnte im Juli 2019 zwar die Einbrüche aus dem Vormonat ausgleichen, die Umsätze gehen langfristig aber weiter zurück.

Die Großhandelsumsätze sind im Juli 2019 nominal um 5,7 Prozent gestiegen. Real verzeichneten die Umsätze ein Plus von 5,9 Prozent. Damit konnte der Großhandel den Einbruch im Juni ausgleichen. Die Beschäftigung nahm im Juni um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu und stieg auf 1.968 Millionen Beschäftigte. Die Großhandelspreise sanken um -1,1 Prozent. Der Großhandels-Klimaindikator des ifo Institutes bleibt allerdings weiter negativ und deutet auf eine schwächere Entwicklung.

Die Umsätze in den einzelnen Wirtschaftszweigen entwickelten sich im Juli wieder kräftig. Im Produktionsverbindungshandel stiegen sie nominal um 3,4 Prozent und real um 4,3 Prozent. Besonders der Großhandel mit landwirtschaftlichen Grundstoffen konnte nominal um 7,3 Prozent und real um 2,8 Prozent zulegen. Daran schließt sich der Großhandel mit Maschinen und Ausrüstungen mit einem nominalen Zuwachs von 5,9 Prozent und einem realen von 4,2 Prozent an. Im Konsumgütergroßhandel entwickelten sich die Umsätze ebenso positiv. Nominal legten die Konsumgütergroßhändler 8,3 Prozent und real 7,6 Prozent zu. Besonders der Großhandel mit Ge- und Verbrauchsgütern wuchs um 9,3 Prozent nominal und 8,9 Prozent real.

Die für den Großhandel relevanten Preise sind seit April 2019 rückläufig. Die Grafik des Monats zeigt dabei die Entwicklung der Großhandels-, Erzeuger- und Importpreise in Prozent sowie den Ölpreis (Marke Brent) in Euro. Während sich die Großhandelspreise im Jahr 2018 noch durchschnittlich um 2,7 Prozent anzogen, ist seit April 2019 ein wieder rückläufiger Trend festzustellen. Besonders die Importpreise sanken aufgrund des niedrigeren Ölpreises stark – im August um -2,7 Prozent. Diesem Trend folgen die Erzeugerpreise. Günstigere Rohstoffe, besonders Öl, Eisenerz, Kupfer sowie auch Aluminium, eine eingetrübtere Weltkonjunktur mit geringeren Auftragseingängen und einem daraus entstehenden Absatzverlust wirken auf die Preise dämpfend. Die Großhandelspreise, die im August zuletzt um -1,1 Prozent sanken, nehmen diesen Trend auf. Sie werden maßgeblich von den Import- und Erzeugerpreisen beeinflusst. Der BGA geht in seiner Einschätzung bei den Großhandelspreisen von einem weiter anhaltend rückläufigen Trend aus.

Grafik des Monats

Quelle: DESTATIS, Grafik: BGA
Die Zahlen im Detail können nachfolgend oder im Downloadbereich unter Zahlenmaterial eingesehen werden.

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