Großhandelsumsätze entwickeln sich uneinheitlich.

Die Großhandelsumsätze weisen seit Beginn der Corona-Krise erhebliche Schwankungen auf. Im Vergleich zum Vorjahr entwickeln sich die Umsätze real von -7,3 Prozent im April zu 6,8 Prozent im Juni, um dann zu einer negativen Veränderungsrate in Höhe von -0,6 Prozent im Juli zu sinken. Nominal stiegen die Veränderungsraten von -10,9 Prozent im Mai auf +3,2 Prozent im Juni, um dann auf -3,2 Prozent im Juli zurückzugehen. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass sich nach dem massiven Einbruch der Umsätze im Zuge des Lockdowns und der mit der Lockerung der Maßnahmen einhergehenden Erholung zum Ende des Sommers wieder eine negative Entwicklung abzeichnet. Diese Tendenz dürfte sich bei weiteren Restriktionen fortsetzen.

In den Großhandelszweigen zeigen die Umsätze wieder negative Entwicklungstendenzen. Im Produktionsverbindungshandel stiegen die Umsätze im Juni im Vergleich zum Vorjahr noch um 5,6 Prozent real, im Juli lag die reale Veränderung bei -1,7 Prozent. Nominal verzeichnen die Umsätze im Juli sogar einen Rückgang um -6,9 Prozent Der Großhandel mit landwirtschaftlichen Grundstoffen verzeichnete dabei einen Rückgang um 8,2 Prozent auf eine negativen Veränderungsrate von -4,4 Prozent. Im Konsumgütergroßhandel ist die Entwicklung real wie auch nominal im Vergleich zum Vorjahresmonat insgesamt leicht positiv, in der Tendenz jedoch rückläufig. Im Juli liegen die Werte bei +0,7 Prozent real und +1,3 Prozent nominal. Die sich im Juni andeutende, wieder stabilisierende Funktion des Konsumgütersektors hat sich damit nicht bekräftigt, sondern die aktuelle Entwicklung signalisiert eher eine Abschwächung.

Innerhalb des Konsumgütergroßhandels zeigt sich eine uneinheitliche Entwicklung. Ersichtlich wird diese exemplarisch an der Entwicklung im Großhandel mit Gebrauchs- und Verbrauchsgütern. Bezogen auf das Basisjahr 2015 zeigt die Grafik des Monats eine positive Entwicklung im Juni, deren treibende Kraft im Großhandel mit pharmazeutischen, medizinischen und orthopädischen Erzeugnissen liegt. Aufgrund der Corona-Pandemie weist er einen tendenziell positiven Wachstumstrend aus. Der Großhandel mit Kleidung, Schuhen, Schmuck und Uhren musste dagegen zu Beginn des zweiten Quartals starke Einbrüche verkraften. Nach Einschätzung des BGA spiegeln sich in der Erholungsphase Nachholeffekte, jedoch dürften die Umsätze – mit Blick auf eine wieder stärkere Verunsicherung über die weitere Entwicklung und damit einer zu erwartenden weiteren Zurückhaltung der Konsumenten – sich verhalten entwickeln.

Quelle: DESTATIS; Grafik: BGA

Quelle: Destatis; Grafik: BGA

 

Die Zahlen im Detail können nachfolgend oder im Downloadbereich unter Zahlenmaterial eingesehen werden.

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