Es handelt sich um das bislang ehrgeizigste Freihandelsabkommen zwischen der EU und einem Schwellenland.

Die Europäische Kommission und die Regierung der Sozialistischen Republik Vietnam haben am Sonntag, den 30. Juni 2019 in Hanoi sowohl ein gemeinsames Freihandelsabkommen als auch ein Investitionsschutzabkommen unterzeichnet. Es ist das bisher ehrgeizigste Freihandelsabkommen zwischen der EU und einem Schwellenland.

Das Handelsabkommen wird fast alle Zölle auf Waren, die zwischen den beiden Seiten gehandelt werden, schrittweise abschaffen. Es enthält auch spezifische Bestimmungen zur Beseitigung nichttarifärer Handelshemmnisse, wie beispielsweise im Automobilsektor. Es soll sicherstellen, dass 169 traditionelle europäische Lebensmittel und Getränke, die als geografische Angaben anerkannt sind, in Vietnam geschützt werden. Dank der Vereinbarung können sich EU-Unternehmen auch an öffentlichen Ausschreibungen in Vietnam auf gleicher Augenhöhe wie inländische Unternehmen beteiligen.

Vietnam ist nach Singapur der zweitgrößte Handelspartner der EU in der ASEAN-Region mit einem Handelsvolumen von 49,3 Mrd. EUR für Waren und über 3 Mrd. EUR für Dienstleistungen. Zu den wichtigsten EU-Einfuhren aus Vietnam gehören Telekommunikationsgeräte, Schuhe und Textilien, Möbel und landwirtschaftliche Erzeugnisse. Die EU exportiert hauptsächlich Waren wie Maschinen und Transportausrüstungen, Chemikalien sowie Lebensmittel und Getränke nach Vietnam.

Nach der Unterzeichnung werden die Abkommen nun auf vietnamesischer Seite der Nationalversammlung zur Ratifizierung und auf EU-Seite dem Europäischen Parlament zur Zustimmung vorgelegt, sowie im Falle des Investitionsschutzabkommens den jeweiligen nationalen Parlamenten der EU-Mitgliedstaaten.

Weitere Informationen zu dem Abkommen finden Sie unter:
http://trade.ec.europa.eu/doclib/press/index.cfm?id=1919

Ein Leitfaden der EU-Kommission steht Mitgliedern von grosshandel-bw nachfolgend oder im Downloadbereich unter Arbeitshilfen zur Verfügung.

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