Die Corona-Pandemie hinterlässt Spuren im Großhandel. Die Unternehmen rechnen mit deutlich verzögerter Erholung.

Die Corona-Pandemie stellt Politik, Wirtschaft und Gesellschaft vor eine enorme Bewährungsprobe. Je länger die Pandemie und die damit verbundenen Folgen aus Betriebsschließungen andauern, umso gravierender werden die zu erwartenden Auswirkungen auf die Unternehmen sein. Bei vielen steht die Existenz auf dem Spiel. Es ist daher folgerichtig, dass Bund und Länder erhebliche finanzielle Hilfen zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen beschlossen und diese verlängert haben, um Liquidität in den Unternehmen zu sichern, die Beschäftigung zu stabilisieren, um so das Fundament für einen Neustart zu legen.

Nach den heftigen Einbrüchen im Frühjahr 2020 und dem sich anschließenden Erholungsprozess haben Wirtschaft und auch der Großhandel langsam an Zuversicht zurückgewonnen. Sie spiegelt sich auch in der Umfrage des BGA bei den Unternehmen der Wirtschaftsstufe zum Jahreswechsel 2020/21. Allerdings ist noch nicht gänzlich absehbar, welche Auswirkungen der zweite Lockdown in seiner ganzen Dimension zeigt, zumal im Januar 2021 weitere Verlängerungen und Verschärfungen erfolgten.

Absehbar ist jedoch, dass die Auswirkungen auch am Großhandel nicht spurlos vorbei gehen, auch wenn sich in den einzelnen Zweigen unterschiedliche Entwicklungen abzeichnen. Im Produktionsverbindungshandel mehrten sich die Signale einer Erholung, wenn auch auf noch schwacher Basis, im baunahen Großhandel zeigt sich die wirtschaftliche Lage als robust, allerdings verbunden mit verhaltenden Signalen größerer Vorsicht, während die Stimmung im Konsumgütergroßhandel sich zusehends eintrübt. Insgesamt erwarten die Großhändler nach der aktuellen Umfrage, dass die wirtschaftliche Erholung länger dauern wird und dies trotz Impfstoff.

Mit der Arbeit der Bundesregierung zur Eindämmung der Pandemie zeigen sich die Großhändler überwiegend zufrieden, jeder siebte sieht die Maßnahmen jedoch kritisch. Die Großhändler stimmen perspektivisch, trotz aller bestehender Unterschiede in den einzelnen Zweigen, weitgehend überein, strukturellen Herausforderungen mit Impulsen bei Digitalisierung, Bildung und im Gesundheitswesen zu begegnen. Zugleich zeigen sie sich besorgt über den gestiegenen Einfluss des Staates auf das Wirtschaftsgeschehen und die erheblichen Herausforderungen durch neue Schulden. Verbunden mit der Zuversicht die Folgen der Corona-Pandemie zu bewältigen, besteht die Hoffnung für eine wieder aufwärts gerichtete wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2021.

Mehr Informationen enthält die Ausgabe 01/21 von Trends und Analysen, welche Sie als Mitglied von grosshandel-bw nachstehend runterladen können.

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