Nach schwachem März sind die Großhandelsumsätze im April im Vergleich zum Vorjahr wieder erfreulich gestiegen.

Die Großhandelsumsätze sind im April 2018 nominal um 8,5 Prozent und real um 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Nach einem schwachen Vormonat ist diese kräftige Entwicklung erfreulich. Die Beschäftigung im Großhandel stieg im April um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat auf 1.934 Millionen. Die Großhandelspreise zogen im Mai 2018 um 2,9 Prozent an. Dennoch hat sich die Stimmung der Großhändler nach dem ifo-Geschäftsklima-Indikator marginal eingetrübt.

Im Produktionsverbindungshandel entwickelte sich der Umsatz im April 2018 gegenüber dem gesamten Großhandel besonders stark. Nominal verzeichneten die Produktionsverbindungsgroßhändler 10,0 Prozent mehr Zuwachs. Real stiegen die Umsätze um 8,2 Prozent. Ursächlich hierfür sind insbesondere die nominalen Umsätze im Großhandel mit Maschinen und Ausrüstungen (+12,6 Prozent) und mit Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik (+9,4 Prozent). Der Konsumgütergroßhandel schließt an diese Entwicklung an. Nominal stiegen die Umsätze um 6,2 Prozent, real um 5,2 Prozent. Besonders der Großhandel ohne ausgeprägten Schwerpunkt konnte ein Plus von nominal 8,2 Prozent verzeichnen.

Insgesamt bildet der Großhandel die strukturelle Aufwärtsentwicklung in Deutschland seit 2005 – unterbrochen durch die Wirtschaftskrise 2008/09 – ab. Die Grafik des Monats zur Entwicklung der einzelnen Zweige des Großhandels in absoluten Werten zeigt, dass der Produktionsverbindungshandel in den Jahren bis 2011 wesentlicher Wachstumsmotor war, der Konsumgütergroßhandel aber langsam aufholte, um ab dem Jahr 2011 anschließend der Binnenwirtschaft ein stärkeres Gepräge zu geben. Erst seit dem vergangenen Jahr zeichnet sich wieder eine deutlichere Belebung im Produktionsverbindungshandel ab. Verantwortlich für diese Entwicklung ist nach Ansicht des BGA die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Binnenwirtschaft verbunden mit einer stetig steigenden Binnennachfrage. Die Nachfrage nach deutschen Produkten und Technologien zeigte sich zwar trotz der Schuldenkrise in Teilen Europas und globaler Unsicherheiten robust, aber erst mit einer sich abzeichnenden Bewältigung der Schulden- und Bankenkrise in der EU-Binnenmarkt nahm die Nachfrage durch den Schub aus dem EU-Raum wieder zu. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit spiegelt sich aber insbesondere im Konsumsektor. Die hohe Nachfrage nach Arbeitskräften führt zu sinkender Arbeitslosigkeit, steigender Beschäftigung und höheren Einkommen, in deren Folge die Nachfrage nach Konsumgütern deutlich angezogen hat.

Grafik des Monats

Quelle: DESTATIS, BGA Grafik: BGA, *Umsatzprognose BGA

Quelle: DESTATIS, BGA Grafik: BGA, *Umsatzprognose BGA

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