Der BGA sieht zwar noch keine Trendwende, aber eine überraschend positive Entwicklung beim Außenhandel

„Der Außenhandel scheint immer für Überraschungen gut: In der nachrichtenarmen Zeit kommt die positive Entwicklung der Septemberzahlen gerade recht. Dies ist allerdings kein Grund zur Entwarnung und auch noch keine Trendwende. Die Reihe der monatlich heftigen Ausschläge nach oben und unten setzt sich hiermit lediglich weiter fort.“ Dies erklärt Dr. Holger Bingmann, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), in Berlin zur Entwicklung des deutschen Außenhandels.

Zuvor hatte das Statistische Bundesamt die Außenhandelszahlen für September 2019 bekannt gegeben. Demnach wurden Waren im Wert von 114,2 Milliarden Euro exportiert. Damit sind die Exporte im Vorjahresvergleich um 4,6 Prozent gestiegen. Mit einem Warenwert von 93,0 Milliarden Euro sind auch die deutschen Importe gestiegen, im Vorjahresvergleich um 1,5 Prozent. Die Außenhandelsbilanz schloss damit mit einem Überschuss von 21,1 Milliarden Euro ab.

„Optimistisch stimmen uns die Signale aus den USA und China. Sollten die beiden Seiten aufeinander zugehen und Zölle sowie ihre Streitigkeiten zurückfahren, wäre das ein richtiger Hoffnungsschimmer und ein lang ersehntes Signal, das sich auch positiv auf die Weltwirtschaft auswirken würde. Das ist aber nur einer der vielen Faktoren, die die deutsche Außenwirtschaft beeinflussen. Die politischen Entwicklungen im Vereinigten Königreich lassen die Wirtschaft mal wieder im Ungewissen. Diese ewige Hängepartie schadet allen Beteiligten. Klar ist aber auch, dass hierzulande ein immenser Bedarf an struktureller Modernisierung im Steuersystem und bei der Entbürokratisierung besteht“, so Bingmann abschließend.