Spitzengespräch zur Ausbildungssituation im Wirtschaftsministerium am 14.11.2016

An dem Spitzengespräch zur Ausbildungssituation am 14. November 2016 im Wirtschaftsministerium nahmen für den Verband für Dienstleistung, Groß- und Außenhandel Baden-Württemberg e. V. Präsident Ulrich Gutting und Geschäftsführerin Ursula Geller-Witt teil. Die Arbeitgeberverbände haben die hohe Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen gelobt. Rund 1000 noch unvermittelten Bewerbern stehen derzeit rund 7.200 unbesetzte Ausbildungsplätze gegenüber.

Junge Leute müssen daher bereit sein, sich auch mit anderen Ausbildungsgängen als dem Wunschberuf zu beschäftigen. Passungsprobleme zwischen Angebot und Nachfrage müssen im Ausbildungsmarkt noch besser überwunden werden. Als eine Möglichkeit hierzu wird das Modell der Teilzeitausbildung bewertet, weil es einen Weg bietet, wie junge Eltern Ausbildung und Familie besser unter einen Hut bekommen. Mit landesweit gut 800 Teilzeitausbildungen hält Staatssekretärin Katrin Schütz das Angebot für deutlich ausbaufähig.

Es ist auch ein Zuwachs an geflüchteten Bewerbern für die betriebliche Ausbildung zu verzeichnen. Ein neues Angebot für Flüchtlinge, das die Ausbildungsvorbereitung durch ein Praktikum (sogenannte Einstiegsqualifizierung – EQ) mit einem Sprachkurs verzahnt und von Wirtschaftsministerium, Regionaldirektion und Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gemeinsam entwickelt wurde, hat nach Angaben von Schütz und Rauch (Leiter der Regionaldirektion Baden-Württemberg) gut eingeschlagen. Im Herbst 2016 konnten erstmals 255 Teilnehmer an 17 Standorten gewonnen werden.

Ein weiterer Fokus lag auf den Auswirkungen der Digitalisierung auf die berufliche Ausbildung. „Die Digitalisierung betrifft neben der Industrie zunehmend auch andere Wirtschaftsbereiche. Dies wirkt sich auf fast alle Berufe aus, sowohl inhaltlich als auch methodisch. Die Auszubildenden müssen den wachsenden Anforderungen durch die Digitalisierung schnellst- und bestmöglich entsprechen, um ihre berufliche Handlungsfähigkeit auch in Zukunft sicherzustellen“ so Schütz. Deshalb müsse das Engagement vor allem auf die beruflichen Voraussetzungen und die Qualifikation der Lehrkräfte und Ausbilder in den Schulen und Betrieben konzentriert werden. Dass die Digitalisierung in den Schulen zunehmend Platz einnehme, bestätigte auch eine Vertreterin des Kultusministeriums.

Für den grosshandel-bw berichtete Frau Geller-Witt von der hohen Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen. Auch wenn nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze mangels geeigneter Bewerber hätten besetzt werden können, so seien dennoch mehr Ausbildungsplätze als im Vorjahr besetzt worden. Auch die Beschäftigung von Flüchtlingen finde im Großhandel  Anklang und die Firmen berichteten überwiegend von positiven Erfahrungen und Einsatzbereitschaft. Hervorgehoben hat sie die Firma Häfele in Nagold, die 12 Flüchtlingen aus unterschiedlichen Herkunftsländern die Möglichkeit einer Ausbildung bietet.